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Gestaltung der Freiheit - Regulierung von Wirtschaft zwischen historischer Prägung und Normierung

Projekt

Das Projekt „Gestaltung der Freiheit – Regulierung von Wirtschaft zwischen historischer Prägung und Normierung“ ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde (Förderkennzeichen: 01UB0927). Die Antragssteller des von 2009 bis 2013 laufenden Projekts waren Prof. Dr. Günther Schulz (Institut für Geschichtswissenschaft/Abteilung Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Zentrumsrats-Vorsitzender des ZHGG), Prof. Dr. Mathias Schmoeckel (Institut für Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn), Prof. Dr. Frank Schorkopf (Institut für Völkerrecht und Europarecht/Abteilung Europarecht der Georg-August-Universität Göttingen) sowie Prof. Dr. Albrecht Ritschl (Department of Economic History an der London School of Economics).

Das Zentrum für Historische Grundlagen der Gegenwart dient im Rahmen dieses Projekts als Koordinierungsstelle für die beteiligten Forscher/innen und stellt außerdem Räumlichkeiten bereit, in denen die Nachwuchswissenschaftler/innen gemeinsam arbeiten können. Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen Workshops und Symposien zum Projekt-Thema statt, um den disziplinübergreifenden wissenschaftlichen Austausch zu fördern.


Inhalt und Problemstellungen

Das Projekt-Thema "Gestaltung der Freiheit - Regulierung von Wirtschaft zwischen historischer Prägung und Normierung" ist an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft, Ökonomie und Rechtswissenschaften angesiedelt. Die beteiligten Wissenschaftler/innen machen es sich konkret zur Aufgabe, "Regulierung" erstens als wissenschaftlichen Gegenstand ökonomisch und juristisch zu fassen und zweitens insbesondere ihre historisch-kulturelle Dimension zu analysieren.

Regulierung hat - abstrakt betrachtet - zum Ziel, durch Normierung (wirtschaftliche) Freiheit zu ermöglichen. Jeder Staat benötigt Regeln, um die Freiheit zu sichern, doch "falsche" oder zu viele Regeln können Freiheit über das gewünschte bzw. erforderliche Maß hinaus einschränken. Im Rahmen des Projekts soll dabei insbesondere die deutsche Form der (Wirtschafts-)Regulierung - in Abgrenzung zum amerikanischen Konzept der 'regulation' - analysiert werden.

Die Adaption des Regulierungsgedankens in Deutschland seit den 1980er Jahren stellt die traditionelle Gemeinwirtschaft nun umfassend in Frage; an ihre Stelle tritt nach amerikanischem Vorbild das durch staatliche Aufsicht regulierte, meist aber nicht durch staatliche Beteiligung kontrollierte Unternehmen. Akteure, die auf diesen Wandel reagieren müssen, bedürfen der Orientierung: Was heißt Regulierung und wie beeinflusst sie spezifische, historisch-kulturell verankerte Verhaltensweisen in relevanten Märkten? Welche Freiheiten bleiben, welche kommen neu hinzu, welche werden beseitigt? Kurz: es gibt einen Bedarf, Tradiertes mit Neuem in Einklang zu bringen, es folglich zu übersetzen. Dies ist Aufgabe der Teilvorhaben, die Akteure mit unterschiedlichen Perspektiven – Behörden, Interessenverbände, Finanz-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler – untersuchen. Sie analysieren sowohl akademische und administrative Diskussionen als auch Aushandlungsprozesse und Interessenkonflikte, um Tradition und Kontinuitätslinien zu vergegenwärtigen, die Anknüpfungspunkte an, aber auch mögliche Widerstände gegen das Konzept der Regulierung aufzeigen und so die Möglichkeiten seiner Adaption ausloten.

 

Teilprojekte

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden folgende Teilprojekte durchgeführt:

  1. Regulierung als Transformator der Wirtschafts- und Eigentumsstruktur
  2. Legitimation von Regulierung
  3. Deutscher (Industrie- und) Handelstag und "Regulierung"
  4. Ideengeschichte der Regulierung
  5. Preisbestimmung bei der Bahn
  6. Preisbestimmung in der Telekommunikation/Telefonie
  7. Politische Entscheidungsprozesse und Genese der Kreditwesengesetze von 1935 und 1962
  8. Öffentliche Unternehmungen und staatliche Marktlenkungen im wissenschaftlichen Diskurs der 1930er bis 1950er Jahre

 

 

Ansprechpartner

Dr. Boris Gehlen

(Verbundkoordinator)

Tel.: (0228) 73-7001

Fax: (0228) 73-5171

E-Mail: info[at]regulierungsgeschichte.de

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Förderkennzeichen: 01UB0927  

 

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