Sie sind hier: Startseite Projekte Gestaltung der Freiheit - Regulierung von Wirtschaft zwischen historischer Prägung und Normierung Teilprojekte Politische Entscheidungsprozesse und Genese der Kreditwesengesetze von 1935 und 1962

Politische Entscheidungsprozesse und Genese der Kreditwesengesetze von 1935 und 1962

Während der Weltwirtschaftskrise setzte eine Periode systematischer Staatseingriffe im Bereich des Banken- und Versicherungswesens ein. In den USA kulminieren die Regulierungsbemühungen der Banken durch den Staat im Glass-Steagall-Act von 1933. In Deutschland münden die Regulierungsbemühungen letztendlich während des „Dritten Reichs“ im Kreditwesengesetz (KWG) von 1935. Gegenstand dieses Teilprojekts sind die polit-ökonomischen Entscheidungsprozesse, die zum 1. KWG aus dem Jahre 1935 geführt haben, ebenso wie die Überlegungen, die bei der Entstehung des 2. KWG von 1962, zu Grunde lagen. Diese Entscheidungsprozesse sollen vor allem anhand von Ministerialakten nachgezeichnet werden.

 

Insbesondere soll untersucht werden warum es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen im Bereich der Bankenregulierung in Deutschland und in den USA gibt. Was sind die regulatorischen Reaktionen im Bankensektor während der Weltwirtschaftskrise in beiden Ländern? Wieso orientiert man sich in Deutschland nicht am amerikanischen Glass-Steagall-Act von 1933 – oder tut man es doch? Was ist die ‚Vorgeschichte‘ des 2. KWG? Wie ausgeprägt ist der Rückgriff auf das 1. KWG und somit die Prägung des bundesrepublikanischen Bankensystems durch das „Dritte Reich“? Wie groß ist im Gegenzug der Einfluss der US-Amerikaner auf die Nachkriegsordnung der Banken bzw. auf das 2. KWG? Wieso kommt es nicht zu einer Privatisierung der Sparkassen und, letztendlich, welche langfristigen Auswirkungen hatte all dies auf die deutsche Bankenlandschaft?

 

Bearbeiter: Niels Krieghoff


Artikelaktionen