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Über das ZHGG

Im Zentrum für die Historischen Grundlagen der Gegenwart (ZHGG) findet eine problem- und themenbezogene inter- und transdiziplinäre Kooperation von etablierten und jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bonn statt, um innovative Ansätze bei der Suche nach Konzepten, Strategien und Orientierungen für gegenwärtige Herausforderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verfolgen. Die Ergebnisse der Zentrumsarbeit werden der wissenschaftlichen, studentischen und außerwissenschaftlichen Öffentlichkeit vornehmlich in Form von Ringvorlesungen und Tagungen sowie in Publikationen vermittelt.

Bei der im ZHGG stattfindenden Erforschung der Genealogie der Gegenwart fokussieren wir uns einerseits auf den funktionalen Gebrauch der Vergangenheit für gegenwärtige Zwecke in Form der Erinnerungskultur und andererseits auf die Analyse der Entstehung und Wirkung von Institutionen in der modernen Welt.

Eine wesentliche Grundlage der Gegenwart ist das Weiterwirken von Vergangenheit in Erinnerungskulturen und geschichtspolitischen Agenden unterschiedlicher Reichweite und Couleur, deren Träger Gruppen, Nationen, aber auch transnationale Netzwerke sein können. Vergangenheit wird hier in einem konstruktiven Prozess intentional oder auch unbewusst so modelliert und narrativiert, dass sie in der Gegenwart orientierende und handlungsleitende Funktionen übernehmen kann. Da in diesen Funktionalisierungen erhebliche Machtressourcen liegen, so z.B. die Legitimation oder Delegitimation bestimmter Anliegen und ihrer Träger bis hin zur Rechtfertigung von inner- oder zwischenstaatlicher Gewalt, kommt ihrer wissenschaftlichen Kritik eine entscheidende Bedeutung für die Bewahrung eines demokratischen Diskurses zu, der sich an Prinzipien der Rationalität und faktenbezogenen Überprüfbarkeit von Aussagen orientiert.

Derzeit werden von Mitgliedern des Zentrums u.a. Projekte in folgenden Themenfeldern verfolgt:
 
  • Die politische Konstruktion von Zeithorizonten in der historischen Zukunftsforschung
  • Zeiten der Medien – Zeiten der Ökonomie – Zeiten des Rechts – Zeiten der Politik
  • Versöhnung: Versprechen und Versprechen als institutionelle und kommunikative Modi der Kompensation politischer 
    Konflikterfahrungen
  • Geschichtspolitik moderner Imperien

Orientierende und handlungsleitende Funktionen werden des Weiteren von Institutionen übernommen. Nach unserer Auffassung bestehen Institutionen aus von Akteuren beschlossenen formalen, informellen, moralischen und ethischen Verhaltensnomen, die politische, wirtschaftliche und soziale Interaktionen strukturieren, die Handlungsspielräume von Akteuren begrenzen und dadurch Erwartungsstabilität in Gesellschaften fördern.

Institutionen werden zumeist nur inkrementell verändert und sie fördern damit ein großes Maß an Pfadabhängigkeit gesellschaftlicher Entwicklung. Insbesondere an Wendemarken der Geschichte können disruptiv wirkende Formen menschlichen Handelns Institutionen schaffen, zerstören oder wesentlich verändern.

Derzeit werden von Mitgliedern des Zentrums u.a. Projekte in folgenden Themenfeldern verfolgt:

  • Politische und kulturelle Institutionalisierung von Entfeindung und Versöhnung
  • Die Autorität der Verfassung: Debatten um die politische Verbindlichkeit des Grundgesetzes in der frühen Bundesrepublik
  • Immerwährender Reichstag (1663-1806) als zentrale politische Institution
  • Herrschaftsverfassung auf Ostseeinseln in der Frühen Neuzeit
  • Historische Sozialforschung mit Individualdaten
  • Wertpapiermärkte und Banken in Deutschland und England zwischen ca. 1860 und ca. 1940
  • Das Patentrecht in den deutschen Einzelstaaten und in Deutschland zwischen ca. 1815 und ca. 1914
  • Das Aktienrecht in Deutschland zwischen ca. 1860 und ca. 1940
  • Konzeptionen des Föderalismus zwischen Stabilisierung und Destabilisierung

 

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